Nymphenfischen ohne Bissanzeiger

#1 von Harald Treml , 09.06.2011 23:06

hallo,

um mal etwas Leben ins Forum zu bringen, stelle ich jetzt mal die Frage:

1.)Wer fischt überhaupt gerne mit der Nymphe?

2.) Wie fischt ihr mit der Nymphe?

3.) Wie steht ihr zum Thema Nymphenfischen mit Bissanzeiger bzw. Czech Nymphing?


um meinen Standpunkt klar festzumachen, Fliegenfischen mit Bissanzeiger und sei die Situation noch so auswegslos kommt für mich nicht in Frage.
Wenn ich nicht in der Lage bin den Fisch ohne Bissanzeiger zu fangen, dann gestehe ich dem Fisch zu dass er gewonnen hat.
Es wäre gegen meine Vorstellung vom Fliegenfischen einen Bissanzeiger zu montieren, meiner Meinung nach sind Fliegenfischer die sich einen Bissanzeiger dranhängen diejenigen die "um jeden Preis" einen Fisch fangen wollen, und sind diejenigen die den "Sinn" des Fliegenfischens einfach nicht verstanden haben.


Czech Nymphing kommt für mich gleich, und stufenlos nach dem Wurmbaden!

Wir haben so ein schönes Hobby, warum muss man dieses durch solche komische "wie komm ich am effektivsten zum Fisch" denken versauen.

Beispiel: aktuelle Ausgabe der Zeitung Fliegenfischen Nr. 4 Juni/ Juli2011 Bericht von Roman Mooser

Zitat
von Seite 14. Ich befestige an meinem 2,5m langen Monofilvorfach der Stärke 0,24 eine große Steinfliegennymphe( bis hier hin kein Grund zur Aufregung). Schlaufe den !!!Bissanzeiger!!! am Übergang zur Schwimmleine an und serviere im Tuck Cast schräg stromauf.



hat dass ein Mann wie Roman Mooser wirklich nötig?


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RE: Nymphenfischen ohne Bissanzeiger

#2 von RE , 10.06.2011 10:43

Hallo Harald,

Zitat
hallo,

um mal etwas Leben ins Forum zu bringen, stelle ich jetzt mal die Frage:...



...ist das nicht dem Stefan vorbehalten

Ich fange zwar heuer erstmal ernsthaft mit dem Fliegenfischen an aber ein Kommentar meinerseits bleibt euch nicht erspart.

Ich versuche mich in allen Bereichen des Fliegenfischens wozu auch Nymphen und Streamer gehören neben dem Trockenfliegenfischen.
Streng genommen wäre nur das Fischen mit der Trockenen das einzig wahre Fliegenfischen: ohne Nymphen (auch Czech Nymphing) und ohne Streamer(egal ob auf Forelle, Döbel oder Hecht)!
Es wäre doch sehr schade, wenn wir uns beim Fliegenfischen so einengen und nur einen Bereich ausschöpfen würden. Vergleichbar mit einem Auto bei dem wir nur mit den ersten 2 Gängen fahren und die anderen 4 wegen ideologischer Werte für überflüssig halten. Schade dass es nur einen Rückwärtsgang gibt...

Ich habe ja das Angeln mit einer Weidenrute angefangen: ca 2,8 meter lang, 0,16 Monofil, Federkiel als Pose/Bissanzeiger und eine Fliege am 12er Haken.
Hier finde ich heute noch nichts verwerfliches dran. Ebenso die anderen Fischereiarten wie Feedern, Matchen, Boilieangeln und co.
Das sind alles Möglichkeiten effektiv und situationsgerecht einen Fisch zu fangen wobei das Fliegenfischen zum Teil auch dazu zählt. An fließenden Gewässern halte ich unter Umständen das Fliegenfischen (mit Trockenen, mit Nymphe und Streamer) effektiver als alle anderen Fischereiarten.
Wäre in diesem Fall das Fliegenfischen an sich schon verwerflich?

Zum Thema Bissanzeiger: ich habe bis dato noch keinen benutz ( auch weil Stefan meinte es sei überflüssig ;-)) könnte mir aber durchaus vorstellen in bestimmten Situationen einen sinnvollen einsatz dafür zu finden. Bsp. wenn ich bequem am Ufer sitze, eine frisch gestopfte Pfeife anzünde, eine kühle Blondine aufknüpfe und die lose Schnur samts Bissanzeiger in der Rückströmung treiben lasse

In einem Punkt sind wir einer Meinung Harald: Fliegenfischen hat nichts mit Fangen und Entnehmen gemein.
Seit ich aktiv das Thema Fliegenfischen angehe musste ich eine deutliche Gradwanderung bei mir feststellen. Ich achte und schätze viel mehr die Natur und ihre "Einwohner". Seien es Fische, Insekten, Säugetiere oder Reptilien. Den Kormoran kann ich mangels natürlicher Feinde immer noch nicht leiden...
Manchmal stehe ich im Wasser und trau mich erst ganicht den Haken in Flut zu werfen. Man will förmlich ein Teil dieser Natur werden.
Überlege zwischenzeitlich sogar beim Blinkern mit Schonhaken zu fischen oder gar mit Naturködern ohne Haken an der wasserlöslichen PVA-Schnur

Grüße
Robert

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RE: Nymphenfischen ohne Bissanzeiger

#3 von Harald Treml , 10.06.2011 13:30

Hallo Robert,

nicht falsch verstehen ich bin kein Trockenpurist oh Gott nein!

Fliegenfischen ist sehrwohl auch Nymphen und Streamerfischen http://www.amazon.de/Fliegenfischen-Flie...n/dp/3502158010

Es wurde schon im 18ten Jahrhundert mit Streamer und Co. gefischt, ich hab nur was gegen Bissanzeiger aber dass muss wohl jeder selber wissen

Grüße

Harald


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RE: Nymphenfischen ohne Bissanzeiger

#4 von Gastbeitrag , 10.06.2011 17:14

Hallo Ihr Zwei,

nur kurz, die älteste Art des Fliegenfischens ist nicht das Trocken-, Streamer- oder Nymphenfischen, sondern das Fischen mit der, leider oft vergessenen, Nassfliege! Ja ja, schon vor über 2000 Jahren von den Mazedoniern praktiziert und erstmals schriftlich festgehalten - aber dies ist ein anderes Thema.

zu Frage 1)
Ich fische mit der Nymphe, und/aber genauso gerne fische ich mit dem Streamer und der Nassfliege - es ist über das ganze Jahr gesehen wohl die effektivste Art einen Fisch zu fangen. Wenn sich aber die Möglichkeit ergibt, mit der Trockenfliege zum "Erfolg" zu kommen, dann wähle ich hundertprozentig diese Art der Fliegenfischerei! Gibt es etwas schöneres als einen Fisch dabei zu beobachten, wie er die Fliege nimmt (-oder auch nicht, wenn er kurz vorher wieder abdreht)!?

zu Frage 2)
Ich fische so mit der Nymphe, wie es die Gegebenheiten am Gewässer gerade zulassen. Z.B. wie kann ich den gesichteten Fisch am unauffälligsten anfischen, wo könnte ein Fisch stehen - vielleicht im Widerwasser hinter der Rausche? Stehen die Fische eher tief und verfolgen die aufsteigenden Nymphen über die Wasseroberfläche hinaus, oder warten sie am Grund auf angetriebenen "Beute"?
So sollte man sich entscheiden, ob es besser ist stromauf zu fischen oder stromab, tief oder flach, dead drift oder mit bewegter Nymphe.
Es kommt auf die jeweilige Stuation drauf an und wir sollten das Gewässer "lesen" können!

zu Frage 3)
Ich habe bis jetzt noch nicht mit einem Bissanzeiger gefischt, kam aber auch noch nicht in die Situation dass ich einen vermisst hätte!
Für mich ist die Spitze meiner Fliegenschnur der "Bissanzeiger"! Ein Stück gefettetes Polyyarn am Vorfach befestigt, würde ich aber auch noch nicht als Bissanzeiger sehen, sondern eher als Sichthilfe z.B. bei widrigen Sichtverhältnissen oder schnellen "Weißwasser".

Czech Nymphing wurde das erste Mal bei einer Fliegenfischer-Meisterschaft, durch Zufall entdeckt - aus der Not heraus geboren, angewendet und dies mit sehr großen Erfolg.
Wenn ein Fliegenfischer unbedingt auf Beute aus ist, dann soll er meinetwegen so fischen - ich will niemanden diesbezüglich einen Vorwurf machen oder gar belehren!
Für diejenigen Fliegenfischer unter uns, für die das Erlebnis mehr zählt als das Ergebnis am Schluß eines Fischtages, fischen sicherlich traditionell!


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RE: Nymphenfischen ohne Bissanzeiger

#5 von greenwood , 07.08.2012 15:45

Ich gebe Euch insofern recht, als diese gierige Fleischmacherei, ich will unbedingt einen Fische mitnehmen eklig ist und nichts mit der Ethik des Fliegenfischens zu tun hat. Anders she ich den Bissanzeiger. Stroab ist er überflüssig und strobauf bei der entsprechenden Sicht auch.
Aber wenn ich gleißendes Licht habe und 10 Meter stromauf geworfen habe, habe ich ohen Bißanzeiger keine Chance den Biss zu erkennen.
Gruß
Greenwood

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