Wasserkraftwerke - Expansion der Wasser-Energie-Gewinnung - Ja oder Nein?

#1 von Hante Fliedner , 12.10.2011 23:57

(Text-Motto: Strom-Energie-Gewinnung mittels neuer Wasserkraft-Werke: Verpflichtend (!!!): Lange UmgehungsFLÜSSE statt kurzer UmgehungsGERINNE; ein Mehr als bloße Fischaufstiegshilfen.)

Robert E. (RE) hat mich ermuntert zum Thema Wasserkraftwerke ein paar Sätze zu formulieren, zumal eine (auch von den Angelfischern impulsierte) Petition "gegen" die vermehrte Nutzung der Wasserkraft - Atomkraft-nein, danke - zwecks reichlicher Unterzeichnung aufliegt (LINK, s.u.).

Nun, ich will hier nur - selbst in einer "Fragebewegung" - andeuten: So verherend muß das ja mit der Wasserkraftnutzung = neue Stauwerke+Kraftwerke nicht sein:
1. wissen wir - aus der (eingeschränkten) Perspektive der Angelfischer, daß die Wehrstaus und Wehrstürze und Gumpen allzuoft "hot spots" für den Angelfischer sind.
2. wissen wir, daß tiefe Talsperren, deren Durchflußwasser vom Grund der Sperrung abgelassen wird, zu deutlichen Wassertemperaturreduzierungen führen kann - so gibt es in den USA Stauseen, die unterhalb der Aufstauung allererst das Aufkommen von Salmoniden möglich gemacht haben.
3. Neue Stauwerke + Wasserkraftanlagen bedürfen strikter, rigoroser Auflagen***; sinngemäß: 1/4 der durchschnittlichen Abflußmenge MUSS durch ein LANGES, FLUSSähnliches (-und nicht "bächlein"ähnliches-) "Abflussgerinne" am Stauwerk vorbeigeleitet werden. (Wir veranschlagen einmal 20 bis 25% der Durchflußmenge; Beispiel: Die Kraftwerksbetreiber des Wehrs bei Hausen/Main (SÜC, Coburg) müßten dann ca. 8 Kubikmeter pro Sekunde am Wehr vorbeileiten; das entspräche etwa der Durchflußmenge der Itz bei Coburg/im Itzgrund.
(***Wenn ein Energiekonzern als Bauherr und Betreiber einer neuen Wasser-Kraftwerksanlage diese Auflagen nicht einlösen will bzw. die Topographie die Verwirklichung eines UmgehungsFLUSSes nicht hergibt, dann wird das Projekt nicht genehmigt - Punktum!)

Es gilt - so scheint mir - 1,5 bis 15 Kilometer lange, gut strukturierte "Bypässe"zu konzipieren, die folgendes garantieren würden:
a. Der Staubereich fungiert als Mischwasser, als Habitat für größere Raubfische, für Weißfische und als Winterquatier.
b. Das langgedehnte, flußähnliche Umgehungsgerinne funktioniert als Salmonidengewässer und als reichlich "renaturierter", reich-strukturierter 'Fluß'abschnitt für strömungsliebende Fische; so schaft man zwei, scheinbar disparate Lebensräume, nebeneinander.

[Stellt Euch vor, diese Gerinne würden - einzig für Fliegenfischer zwecks Bestandsüberprüfung (=automatisches "C+R") freigegeben - je neue 1,5 bis 15 km Fliegenfischerstrecke, gratis (?), mit "wissenschaftlicher" Auswertung der Fangergebnisse.]

Ich habe - zwecks Verdeutlichung - einmal zwei Karten kopiert (http://www.openstreetmap.org) und diese durch (flüchtige) Skizzierungen von -denkbaren- Umgehungsgerinnen ergänzt:


Ein (utopisch-realistisches) "Umgehungsgerinne" (Farbe: Hellblau; Durchfluß ca. 8 Kubikmeter/Sekunde am Main bei Reundorf/Hausen und das, was heute wohl - Farbe: Violett - in egoistischer Manier der Energiekonzerne - möglich wäre (Durchfluß: Ca. 1,5 Kubikmeter pro Sekunde; dazu: In dem von mir angedachten Sinne ist das Schney'er Gerinne | Wehr bei Lichtenfels zwar schön - aber viel zu kurz


Ein (utopisch-realistisches) "Umgehungsgerinne" (Farbe: Violett; Durchfluß ca. 12 Kubikmeter/Sekunde) am Lech (potenzieller Betreiber: E.on)

Es bleibt - für's Erste, zu erwähnen, daß wasserreiche, lange, strukturstarke Gerinne durch ein mehr an Stauhaltungen + Kraftwerken kompensiert werden "dürfen": Auflagen erfüllt: Macht 4 + 1; das kompensiert den Verlust der Energiegewinnung ob flußähnlicher Umgehungen; das sind dann keine spröden "Fischaufstiegshilfen", sondern ernstzunehmende Fischhabitate; auch die "Schrederung" von Wanderfischen in den Turbinen würde sich - ob zureichender Leit-Eingangs- und Ausgangsströmung (deutlich?) reduzieren. (?)
[Hinweis: die Festsetzung der Durchflußmenge bedarf natürlich differenzierter Gewässer-Analysen; ich habe das - hier und jetzt - mal so (approximativ) hingesetzt. - Gesunder Sozialismus: Verstaatlichung altangestammter Wassernutzungsrechte an kleinen Fließgewässern, die dortige Stromgewinnung und deren Subventionierung ist -eindeutig- ineffektiv.]

Hier der LINK zu "Petition" (über http://www.fliegenfischer-forum.de): "PETITION"

[Robert (RE) kann ja evtl. den LINK dieser Seite - inkl. der hoffentlich folgenden Diskussionen - an Michael Müller weiterleiten ?!]

(Motto des Vorab-Textes: Strom-Energiegewinnung mittels neuer Wasserkraftwerke: Verpflichtend (- dann müssen es nicht die späteren Generationen richten | korrigieren -): UmgehungsFLÜSSE statt UmgehungsGERINNE; ein Mehr als bloße Fischaufstiegshilfen/Wanderfisch-Aufstiegshilfen; Beispiele am Main: SÜC-Werk und Wehr in Hausen/Reundorf und fingiertes Beispiel am Lech (E.on).)

Nachtrag, 14.04.2012: Email-Resonanz der Fachberatung für Fischerei, Bezirk Oberfranken, Bayreuth, Manfred Popp: "Interner Link"


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